Das Nederlands Dans Theater (NDT) bringt zwei der bedeutendsten deutschen Choreografen, Marco Goecke und Marcos Morau, mit ihren Werken "Wir sagen uns Dunkel" und "Folkå" in das Wiener Linienhaus St. Pölten. Die niederländische Tanzkompanie präsentiert dabei eine extreme Kontrastierung von moderner, schneller Bewegungstechnik und tiefer, rituellen Tradition.
Die Geschichte einer der wichtigsten Tanzkompanien
Das Nederlands Dans Theater ist seit seiner Gründung 1959 in Den Haag zu einer institutionellen Größe im internationalen Ballett geworden. Was damals als experimenteller Schritt in den Niederlanden begann, hat sich zu einer der einflussreichsten freien Tanzkompanien der Welt entwickelt. Das NDT betreibt aktuell zwei separate Ensembles, die jeweils einen eigenen künstlerischen Weg gehen, aber unter dem Dach der Kompanie zusammenarbeiten.
Der Erfolg des NDT liegt in seiner Fähigkeit, choreografische Risikobereitschaft mit fundierter Tanzausbildung zu verbinden. Die Kompanie ist bekannt dafür, sowohl etablierte Choreografen zu beauftragen als auch jungen Talenten die Bühne zu bieten. Diese Struktur ermöglicht es, ein breites Spektrum an Stilen zu präsentieren, von der klassischen Technik bis hin zur postmodernen Improvisation. - booklee
Im Jahr 2026 feiert das NDT weiterhin seine Präsenz auf internationalen Bühnen. Gastspiele in St. Pölten, Wien und anderen europäische Städten unterstreichen die internationale Relevanz der niederländischen Tanzkunst. Die Kompanie wird nicht nur als Performer, sondern auch als kultureller Botschafter der Niederlande wahrgenommen.
Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wie dem Festspielhaus St. Pölten ist für das NDT von strategischer Bedeutung. Solche Engagements erlauben es den Choreografen, ihre Werke in einem neuen kulturellen Kontext zu präsentieren und dort auf ein unterschiedliches Publikum einzugehen. Die Infrastruktur des Festspielhauses bietet dabei die nötige technische und künstlerische Unterstützung für anspruchsvolle Produktionen.
Auch die Arbeitsbedingungen für Tänzer und Choreografen werden im NDT weiterhin intensiv diskutiert. Die hohe Anforderungen an die physische Leistungsfähigkeit der Tänzer erfordern ein professionelles Umfeld, das Gesundheit und Karriereentwicklung in den Vordergrund stellt. Das NDT hat in den letzten Jahren verschiedene Initiativen gestartet, um diese Aspekte zu verbessern und die Nachhaltigkeit der künstlerischen Arbeit zu sichern.
Die Geschichte des NDT ist eng mit der Entwicklung des modernen Tanzes in Europa verbunden. Die Kompanie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Tanz als Kunstform auch im 21. Jahrhundert eine zentrale Rolle im kulturellen Leben spielt. Die Gründung von zwei Ensembles war ein Schritt, der die Vielfalt der Choreografie und die Möglichkeit zur Spezialisierung von Künstlern förderte.
Marco Goecke: "Wir sagen uns Dunkel"
Marco Goecke, einer der einflussreichsten Choreografen des deutschen Gegenwartstanzes, bringt mit seinem Werk "Wir sagen uns Dunkel" eine komplexe emotionale Landschaft auf die Bühne. Das Stück, das 2017 uraufgeführt wurde, ist geprägt von der Zusammenarbeit mit dem deutschen Komponisten Alfred Schnittke und der britischen Rockband Placebo. Die Musik setzt den emotionalen Ton für eine Choreografie, die sich mit schwierigen Seiten der menschlichen Existenz auseinandersetzt.
Goeckes Stil zeichnet sich durch eine Mischung aus fließenden Bewegungen und abrupten, abgehackten Sequenzen aus. Diese Kontraste erzeugen eine Spannung, die den Zuschauer zwingt, die Bewegungen der Tänzer intensiv zu betrachten. Die Choreografie ist nicht nur eine Darstellung von Emotionen, sondern eine Analyse der menschlichen Psyche und der sozialen Interaktion.
Im Stück "Wir sagen uns Dunkel" wird die Musik von Placebo, insbesondere das Lied "to Say Goodbye", verwendet. Dies schafft eine Verbindung zwischen der zeitgenössischen Tanzkunst und der populären Musik der letzten Jahrzehnte. Die Integration von Rockmusik in eine Tanzproduktion ist ein Beispiel für die experimentelle Herangehensweise von Goecke und dem NDT.
Die Choreografie von Goecke nutzt auch klassische Tanztechniken, um moderne Emotionen auszudrücken. Die Tänzer bewegen sich mit einer Präzision, die sowohl die Härte als auch die Vulnerabilität der menschlichen Erfahrung widerspiegelt. Dies ist ein Merkmal, das Goecke von vielen anderen Choreografen unterscheidet.
Der Titel "Wir sagen uns Dunkel" deutet auf ein Thema der Geheimhaltung und des inneren Konflikts hin. Die Choreografie versucht, diese unausgesprochenen Themen durch Körperbewegung sichtbar zu machen. Die Tänzer agieren in einem Raum, der als Projektionsfläche für die inneren Zustände der Charaktere dient.
Goeckes Arbeit zeigt, wie Tanz als Medium genutzt werden kann, um gesellschaftliche und psychologische Themen zu untersuchen. Die Produktion im Festspielhaus St. Pölten bietet einen Rahmen, in dem diese komplexen Themen ein breites Publikum erreichen können. Die Interaktion zwischen Musik und Tanz ist dabei ein zentraler Aspekt der Inszenierung.
Die Rezeption von Goeckes Werk ist in der Tanzwelt weit verbreitet. Das Stück gilt als eine der wichtigsten Choreografien der letzten Jahre und wird regelmäßig in internationalen Festivals aufgeführt. Die Kombination aus moderner Tanztechnik und emotionaler Tiefe macht das Werk zu einem enduring Werk der zeitgenössischen Kunstszene.
Marcos Morau: "Folkå" – Tanz und Tradition
Im Gegensatz zu Marco Goecke steht Marcos Morau für eine andere ästhetische Richtung. Der spanische Choreograf, der zehn Jahre jünger ist als Goecke, bringt mit seinem Stück "Folkå" eine völlig andere Energie auf die Bühne. Der Titel, der auf Schwedisch "Volksfest" bedeutet, ist ein Hinweis auf die Verbindung zu traditionellen Formen und Riten. Morau setzt jedoch diese Tradition in einen modernen Kontext.
Das Stück "Folkå" wurde 2021 uraufgeführt und zeichnet sich durch eine intensive Arbeit mit Musik und Bewegung aus. Die Choreografie basiert auf der Idee, dass Tanz eine Form der Kommunikation zwischen Menschen sein kann. Morau nutzt für seine Produktion Musik von Cristóbal Saavedra, die traditionelle Klänge mit modernen Elementen verbindet.
Im Zentrum von "Folkå" steht die Idee der Gemeinschaft. Die Tänzer agieren nicht als isolierte Individuen, sondern als Teil eines größeren Ganzen. Dies wird durch die Verwendung von Rituale und die Bewegung der Gruppe verdeutlicht. Die Choreografie ist darauf ausgelegt, eine Verbindung zwischen den Zuschauern und den Performern zu schaffen.
Die Kostüme im Stück sind bewusst folkloristisch gehalten. Sie dienen dazu, die historischen Wurzeln der Choreografie zu betonen, aber auch als Mittel, um die Tradition zu dekonstruieren. Morau zeigt, dass Tradition nicht statisch ist, sondern sich ständig verändert und neu interpretiert werden kann.
Die Musik von Cristóbal Saavedra spielt eine zentrale Rolle in der Inszenierung. Die Kombination aus Trommelklängen, Gesang und moderner Klanggestaltung erzeugt eine Atmosphäre, die den Zuschauer in den Rhythmus der Bewegung zieht. Die Musik ist nicht nur Hintergrund, sondern ein integraler Bestandteil der choreografischen Struktur.
Der Titel "Folkå" verweist auch auf die Verbindung zur Natur. Morau zeigt in seiner Choreografie, wie Tanz eine Möglichkeit ist, sich mit der Umwelt und den natürlichen Kräften in Verbindung zu setzen. Dies ist ein Thema, das in vielen seiner früheren Arbeiten wiederkehrt.
Die Rezeption von "Folkå" war positiv, sowohl in Spanien als auch international. Das Stück wurde als eine bedeutende Arbeit zur Wiederbelebung traditioneller Tanzformen und ihrer modernen Interpretation gelobt. Morau hat damit gezeigt, dass Tradition und Innovation nicht unvereinbar sind.
Der Kontrast: Geschwindigkeit und Rituale
Die Zusammenarbeit von Marco Goecke und Marcos Morau im Rahmen des NDT-Gastspiels in St. Pölten bietet einen interessanten Vergleich zweier sehr unterschiedlicher künstlerischer Ansätze. Beide Choreografen arbeiten mit hoher Energie, aber die Art, wie sie diese Energie einsetzen, ist grundlegend verschieden. Goecke nutzt Geschwindigkeit und Brüche, um die Zerbrechlichkeit der modernen Welt zu zeigen. Morau hingegen sucht nach Rhythmus und Verbindung, um eine neue Form von Gemeinschaft zu schaffen.
Der Kontrast zwischen den beiden Stücken spiegelt sich auch in der Interpretation der Choreografie wider. Goeckes "Wir sagen uns Dunkel" ist ein Stück der inneren Monologie und des persönlichen Konflikts. Moraus "Folkå" ist ein Stück der kollektiven Erfahrung und des gemeinsamen Handelns. Beide arbeiten jedoch mit der gleichen physischen Präzision und der gleichen Fähigkeit, Emotionen durch Bewegung auszudrücken.
Die Choreografie beider Werke ist darauf ausgelegt, den Zuschauer zu herausfordern. Es geht nicht nur um die Schönheit der Bewegung, sondern darum, die Grenzen des menschlichen Körpers und der menschlichen Erfahrung zu testen. Die Tänzer des NDT sind dafür bekannt, diese Anforderungen mit einer professionellen Disziplin zu erfüllen.
Das Festspielhaus St. Pölten bietet einen Rahmen, in dem dieser Kontrast besonders deutlich wird. Die Architektur des Theaters und die Akustik der Bühne sind so gestaltet, dass sie sowohl für schnelle, explosive Bewegung als auch für langsame, rhythmische Intensität geeignet sind. Dies ermöglicht es dem NDT, beide Stile voll auszuleuchten.
Die Zusammenarbeit zwischen Goecke und Morau zeigt auch, wie der Tanz als Medium genutzt werden kann, um komplexe Themen der Gegenwart zu bearbeiten. Beide Choreografen setzen sich mit Fragen der Identität, der Gesellschaft und der menschlichen Existenz auseinander. Ihre Werke sind keine bloße Unterhaltung, sondern eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Zeit, in der wir leben.
Der Erfolg dieser Produktion hängt auch von der Rezeption des Publikums ab. Das NDT weiß, dass die Bewegung der Choreografie eine wichtige Rolle im Erlebnis spielt. Die Zuschauer sind eingeladen, in die Rhythmen der Tanzbewegung einzutauchen und sich mit der Kunst zu verbinden.
Die Kombination aus Goeckes und Moraus Stücken ist ein Beispiel dafür, wie das NDT seine künstlerische Vielfalt nutzt, um ein breites Spektrum an Zuschauern anzusprechen. Es zeigt, dass Tanz als Kunstform in der Lage ist, sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Themen aufzugreifen und zu reflektieren.
Musikalische Vielfalt im Programm
Die musikalische Begleitung der Tanzproduktionen des Nederlands Dans Theater ist ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Qualität. Sowohl bei Marco Goeckes "Wir sagen uns Dunkel" als auch bei Marcos Moraus "Folkå" wird eine sorgfältige Auswahl von Komponisten getroffen, die die emotionale und atmosphärische Wirkung der Choreografie unterstützen.
Bei Goeckes Werk wird die Musik von Placebo, Schubert und Schnittke verwendet. Diese Kombination aus Rock, Klassik und Moderne schafft eine einzigartige Klanglandschaft. Das Lied "to Say Goodbye" von Placebo dient als Einstieg in das Stück und setzt den tonalen Rahmen für die folgenden choreografischen Abschnitte. Die Musik von Schubert und Schnittke bringt eine weitere Ebene von Tiefe und Komplexität hinzu.
Morau hingegen setzt auf die Kompositionen von Cristóbal Saavedra. Saavedras Musik ist bekannt für ihre Fähigkeit, traditionelle Klänge mit modernen Elementen zu verbinden. Dies passt perfekt zu Moraus Konzept von "Folkå", das Tradition und Moderne miteinander verbindet. Die Musik von Saavedra ist nicht nur Hintergrund, sondern ein aktiver Teilnehmer in der choreografischen Struktur.
Die Integration von Musik in die Tanzproduktion ist ein komplexer Prozess. Die Choreografen müssen sicherstellen, dass die Bewegungen mit dem Rhythmus und der Dynamik der Musik harmonieren. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Choreografen, Komponisten und Musikern.
Die Musik im NDT wird oft speziell für die Choreografie komponiert oder adaptiert. Dies ermöglicht es, die Bewegungen der Tänzer in den Vordergrund zu stellen und gleichzeitig eine musikalische Tiefe zu schaffen, die den Zuschauer emotional berührt. Die Musik ist ein integraler Bestandteil der Inszenierung und nicht nur ein Begleitelement.
Die Auswahl der Musik zeigt auch den kulturellen Hintergrund der Choreografen. Goecke nutzt westliche Komponisten, die für ihre zeitgenössische Wirkung bekannt sind. Morau hingegen greift auf Komponisten zurück, die eine Verbindung zur Tradition haben, insbesondere in Skandinavien und Spanien.
Die musikalische Vielfalt im NDT-Programm ist ein weiterer Aspekt, der die Komplexität der Produktionen unterstreicht. Es geht nicht nur um die Bewegung, sondern um eine Gesamtkunst, in der Musik, Tanz und Licht zu einer Einheit verschmelzen. Dies ist ein Merkmal, das das NDT von vielen anderen Tanzkompanien unterscheidet.
Zukünftige Gastspiele des NDT in Österreich
Neben dem aktuellen Gastspiel von Marco Goecke und Marcos Morau ist das Nederlands Dans Theater auch für weitere Auftritte in Österreich im Jahr 2026 geplant. Im April des nächsten Jahres wird sich das NDT 1 im Festspielhaus St. Pölten einfinden, um weitere Werke renommierter Choreografen zu präsentieren.
Das Programm für April 2026 umfasst Arbeiten von Crystal Pite, Hofesh Shechter und dem NDT-Altmeister Jiří Kylián. Diese Choreografen sind bekannt für ihre innovative Herangehensweise an den Tanz und ihre Fähigkeit, neue Grenzen zu setzen. Ihre Werke werden den Zuschauern im Festspielhaus St. Pölten eine weitere Möglichkeit bieten, die Vielfalt des NDT zu erleben.
Die Zusammenarbeit zwischen dem NDT und dem Festspielhaus St. Pölten ist ein Beispiel für die internationale Vernetzung in der Tanzwelt. Es zeigt, dass das NDT nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in anderen europäischen Ländern eine bedeutende Rolle spielt. Die Planung von Gastspielen erfordert eine enge Koordination zwischen verschiedenen Institutionen und Künstlern.
Die Rezeption dieser zukünftigen Gastspiele wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Das NDT wird versuchen, die Qualität der Produktionen hochzuhalten und die Zuschauer mit neuen und herausfordernden Werken zu begeistern. Die Planung dieser Gastspiele zeigt, dass das NDT auch in Zukunft seine Position als führende Tanzkompanie Europas bewahren will.
Die Zusammenarbeit zwischen Choreografen wie Crystal Pite, Hofesh Shechter und Jiří Kylián mit dem NDT ist ein weiterer Beweis für die hohe künstlerische Qualität der Kompanie. Diese Choreografen haben bereits viele bedeutende Werke geschaffen, die im internationalen Tanzrepertoire verankert sind. Ihre Teilnahme am NDT-Programm ist ein Zeichen für die Reputation der Kompanie.
Die Planung von Gastspielen in Österreich ist auch ein Zeichen für die wachsende Bedeutung des NDT in der europäischen Tanzszene. Die Kompanie nutzt diese Gelegenheiten, um ihre künstlerische Vision weiterzuentwickeln und neue Verbindungen zu anderen Tanzkompanien und Institutionen herzustellen.
Die Rezeption dieser Gastspiele wird auch von den lokalen Tanzkritikern und dem Publikum beeinflusst. Das NDT ist darauf angewiesen, dass seine Werke ein breites und anspruchsvolles Publikum finden. Die Planung dieser Gastspiele zeigt, dass das NDT auch in Zukunft seine künstlerische Vision weiterentwickeln und neue Herausforderungen annehmen will.
Frequently Asked Questions
Wer sind die Hauptchoreografen im Gastspiel des NDT in St. Pölten?
Im aktuellen Gastspiel des Nederlands Dans Theater im Festspielhaus St. Pölten im Mai 2026 sind Marco Goecke und Marcos Morau die Hauptchoreografen. Goecke präsentierte sein Werk "Wir sagen uns Dunkel", das 2017 uraufgeführt wurde und sich mit schwierigen Seiten der menschlichen Existenz auseinandersetzt. Morau stellt sein Stück "Folkå" aus dem Jahr 2021 vor, das traditionelle Rituale und die Verbindung zur Natur thematisiert. Beide Choreografen repräsentieren unterschiedliche Stile, die im Rahmen des NDT-Programms zusammengeführt werden.
Welche Musik wird bei den Tanzproduktionen des NDT verwendet?
Die musikalische Begleitung der NDT-Produktionen ist vielfältig und wird sorgfältig ausgewählt. Bei Goeckes "Wir sagen uns Dunkel" werden Musikstücke von Placebo, Franz Schubert und Alfred Schnittke verwendet. Moraus "Folkå" basiert auf Kompositionen von Cristóbal Saavedra. Diese Musik wird oft speziell für die Choreografie adaptiert, um die emotionale Wirkung zu verstärken. Die Musik ist kein bloßer Hintergrund, sondern ein integraler Bestandteil der Inszenierung.
Was ist die Geschichte des Nederlands Dans Theater?
Das Nederlands Dans Theater wurde 1959 in Den Haag gegründet. Es gilt als eine der wichtigsten freien Tanzkompanien der Welt. Die Kompanie betreibt zwei Ensembles, die jeweils einen eigenen künstlerischen Weg gehen. Das NDT ist bekannt für seine Risikobereitschaft, seine fundierte Tanzausbildung und seine Fähigkeit, Tanz als Kunstform im 21. Jahrhundert relevant zu halten. Die Kompanie hat eine lange Geschichte internationaler Gastspiele und Zusammenarbeit mit renommierten Choreografen.
Wo und wann findet das NDT-Gastspiel in St. Pölten statt?
Das Nederlands Dans Theater gastiert im Festspielhaus St. Pölten. Das aktuelle Gastspiel findet im Mai 2026 statt. Zudem ist für April 2026 ein weiteres Gastspiel des NDT 1 geplant, bei dem Werke von Crystal Pite, Hofesh Shechter und Jiří Kylián gezeigt werden. Diese Termine sind feste Einträge im Kalender des Festspielhauses und werden als wichtige kulturelle Ereignisse wahrgenommen.
Wie verbindet Marcos Morau Tradition und Moderne in seinem Tanz?
Marcos Morau verbindet Tradition und Moderne in seinem Werk "Folkå", indem er sich auf Rituale und folkloristische Elemente bezieht, diese aber in einer zeitgenössischen Choreografie neu interpretiert. Die Verwendung von volkstümlichen Kostümen und traditioneller Musik wird mit modernen Tanztechniken kombiniert. Dies zeigt, dass Tradition nicht statisch ist, sondern sich ständig verändert und neu interpretiert werden kann. Moraus Ansatz betont die Verbindung zur Natur und zur Gemeinschaft.
Author Bio
Thomas Weber ist Kulturjournalist mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer Tanzkunst und Theater. Er schreibt seit 14 Jahren für verschiedene Medien in Österreich und Deutschland und hat über 30 Jahre an Tanzfestivals in ganz Europa berichtet. Seine Arbeiten wurden mehrfach von Fachpublikationen zitiert und er hat Interviews mit über 100 internationalen Choreografen geführt. Weber studierte Theaterwissenschaft und Tanzpädagogik an der Universität Wien.